Die Begegnung mit einem Wal ist etwas ganz besonderes – kein Wunder! Schliesslich bekommt man nicht tagtäglich die Möglichkeit, die Meeresgiganten aus nächster Nähe zu betrachten. An vielen Orten ist dieses Erlebnis möglich – doch Vorsicht! Bevor ihr euch zu einer Waltour aufmacht, gibt es einiges zu beachten…

Den ersten Wal vergisst man nie! Bis zu 45 Tonnen schwer können sie werden, und gleiten doch mit einer Grazie durchs Wasser wie ein Goldfisch im Glas. Für viele Menschen ist die Sichtung eines Wales mindestens genau so cool wie die Begegnung mit einem Alien. In zahlreichen Ländern der Erde gibt es deswegen die Möglichkeit, sich auf einem Boot vor den Küsten herumzutreiben und nach den Dickhäutern Ausschau zu halten.

Leider halten sich etliche Tourveranstalter da draussen nicht an die Regeln und stellen den Unterhaltungsfaktor der Touristen über das Wohlergehen der Tiere. Nicht selten hört man von grausamen Verfolgungsjagden, die die Wale unter enormen Stress stellen und in eine immense Gefahr bringen. Daher habe ich nicht nur die besten Orte für eure Walbeobachtung parat, sondern auch Tipps und Tricks von einem WWF Walexperten, die euch helfen, einen seriösen Veranstalter ausfindig zu machen.

Wale beobachten – ein unglaubliches Erlebnis

Spots der ganzen Welt | Whale Watching in Europa | Tipps für eine seriöse Whale Watching Tour

Die vom Aussterben bedrohten Tiere und die Zukunft

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Top 10 der besten Whale Watching Spots weltweit

In vielen Ländern der Erde gibt es die Möglichkeit, Wale zu beobachten. Einige der rund 80 Walarten bleiben das ganze Jahr über in ihren heimischen Gewässern, andere legen zwischen ihren Winter- und Sommerquartieren Tausende Kilometer zurück. Buckelwale, etwa, bleiben über den Sommer hinweg in polaren Meeren. Startet aber der Winter auf der Nordhalbkugel, sind sie schon längst in tropischen und subtropischen Gewässern angekommen. Während ihrer Wanderungen bevorzugen Buckelwale küstennahe Gewässer und dringen dabei in Buchten und Flussmündungen ein – genau dann habt ihr die Möglichkeit, die riesigen Säugetieren zu beobachten. Vor allem an diesen 10 Orten ist die Chance besonders hoch, auf Wale zu stossen. In ganz bestimmten Regionen gebären die Walkühe sogar ihren Nachwuchs, sodass ihr dort auf frisch geborenen Babywale stossen könnt – seid gespannt!

Die 10 besten Orte, um Wale zu beobachten

San Diego, Kalifornien | Kaikoura, Neuseeland | Dominica | Vancouver Island | Orcas Island, Washington | Baja California, Mexico | Alaska | Samaná, Dominikanische Republik | Walker Bay, Südafrika | Maui, Hawaii

10. San Diego, Kalifornien – Auf dem Weg in die Karibik

Jedes Jahr ist es aufs Neue ein grandioses Naturspektakel! Von Mitte Dezember bis Mitte März ziehen Tausende Wale an San Diego vorbei auf ihrem Weg nach Mexiko. Die Tiere auf ihrer Reise zu beobachten, ist ziemlich magisch – das vor allem in den schönen Gewässern der San Diego Bay. Es gibt hier viele Möglichkeiten, eine Tour raus aufs Wasser zu machen, oder aber das Cabrillo National Monument an der südlichen Spitze der Landzunge „Point Loma“ zu besuchen. Von hier habt ihr einen spektakulären Panoramablick auf 400 m oberhalb des Meeresspiegels. Wenn grade eins parat, packt am besten ein Fernglas ein, dann könnt ihr die Wale noch besser beobachten.

Whale Watching tipps

9. Kaikoura, Neuseeland – Pottwale, wohin das Auge reicht

Auf der anderen Seite der Welt gibt es einen der weltweit besten Spots zum Beobachten von Pottwalen. Diese Walart ist bekannt für ihre sehr grazile Form – schlappe 18 Meter sind die Säugetiere lang und bringen ein gesundes Gewicht von 50 Tonnen auf die Waage. An der Südküste der neuseeländischen Südinsel, in einer kleinen Stadt namens Kaikoura, kann man sie zwischen Dezember und März hervorragend beobachten. Auch die ähnlich massigen Buckelwale kommen jährlich zwischen Juni und Juli an dieser Küste vorbei. Natürlich bekommt man hier direkt das ganze Paket geliefert – begleitet werden die Wale stets von einer Vielzahl an Delfinen, Seebären und Vögeln.

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8. Dominica – Korallenriffe, heisse Unterwasserquellen und atemberaubende Wale

Dominica wird nicht zu unrecht „Whale Watching Hauptstadt der Karibik“ genannt. Gelegen zwischen Martinique und Guadeloupe, also in der schönsten Ecke der Karibik, gibt es hier jährlich von November bis März Tausende Wale zu beobachten, wie sie mit anderen zusammen kommen – natürlich auch sexuell, logisch! Die Wahrscheinlichkeit, auf einer Tour hier einen Wal zu erleben, liegt bei 90% – Orcas, Pottwale und Zwergglattwale sind die meist gesichteten Walarten rund um Dominica.

Whale Watching Tipps

7. Vancouver Island – Das Paradies für Meerestiere: Wale, Seelöwen, Delfine

Auf ihrem Weg zurück in den Norden passieren Unmengen an Walen die Vancouver Island, die grösste nordamerikanische Pazifikinsel, die direkt vor der kanadischen Stadt Vancouver liegt. Vor allem entlang der Westküste der Insel kann man hier die vorbeiziehenden Wale beobachten. Hauptsächlich Grauwale zeigen sich hier gerne, doch es gibt auch eine ordentliche Anzahl an Zwergwalen und Buckelwalen, die diesen Weg nehmen.

Doch damit nicht genug: Zwischen, unter, und über den riesigen Walen werdet ihr hier jede Menge anderer Meerestiere beobachten können. Seien es Delfine, Seelöwen oder Meeresvögel – Vancouver Island ist das Nonplusultra für alles, was durch und über die Meere zieht. Anders als in vielen anderen Regionen habt ihr hier die Möglichkeit, Touren mit richtigen Wal-Experten zu buchen – so könnt ihr euch zum einen sicher sein, dass sich die Schiffsbesatzung an alle Regeln zum Wohl der Tiere hält, zum anderen aber auch, dass ihr jede Menge wissenswerte Informationen über Wale und ihre Umgebung erfahrt. Auf vielen Booten gibt es zusätzlich ein Hydrophon, also ein Mikrofon, das unter Wasser die Gesänge aufnimmt, sodass ihr diese einmaligen Töne mitlauschen könnt.

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6. Orcas Island, Washington – Free Willys vor der Küste der amerikanischen Hauptstadt

Naaa… was glaubt ihr, kann man auf Orcas Island besonders gut beobachten? Kleiner Tipp: Schweine und Pandas sind es nicht – obwohl letztere farblich ziemlich ähnlich akzentuiert sind :-) Dabei ist Orcas Island die grösste Insel, die vor der Küste des Staates Washington liegt. Jedes Jahr im Frühling und Sommer bietet die See rund um die Insel einen beliebten Anlaufpunkt für Grauwale und natürlich: Orcas. Viele Menschen leben hier nicht, dennoch lohnt sich auch ein Ausflug auf die Insel, wenn ihr euch nach verlassenen, wunderschönen Küsten sehnt. In jeglicher Hinsicht ein Geheimtipp!

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5. Baja California, Mexiko – Grosse Vielfalt an Walen in paradiesischen Gewässern

Mit seinen vielen isolierten Buchten und flachen Meeresböden ist Mexiko ein Paradies für verschiedene Walarten – Blauwale, Grauwale, und sogar Pottwale. Jedes Jahr zwischen Januar und April finden sich die Wale nach ihrer fast 10.000 km langen Reise in den warmen Gewässern des Bundesstaats Baja California ein, um hier ihre Waljungen aufzuziehen, aber auch, um mit ihnen ausgelassen zu spielen. Die besten Ecken zum Whale Watching sind die Bahía Nagdalena, Laguna San Ignacio und Laguna Ojo de Liebre.

4. Alaska – Auf dem Kayak die Wale beobachten

Hier,, wo das Wasser besonders nahrhaft ist, tümmeln sich die riesigen Meerestiere am liebsten. Alaska ist eines der weltweit besten Spots um Tausende von Wale zu beobachten. Während derSommermonate ziehen die Grauwale zwischen den vielen Inseln bis an die südöstliche Küste von Alaska. Ein Ort, der sich über die Jahre als Garant für gute Walsichtung entpuppt hat, ist der so genannte „Whale Pass“ in Ketchikan. Doch nicht nur Grauwale, auch Buckelwale und Schwertwale werden hier regelmäßig gesichtet. Einige Veranstalter ermöglichen auch eine Kayak-Tour, die ein extrem nahes Erlebnis ermöglicht. Alles natürlich unter strengsten Regularien, um die Tiere nicht zu stressen.

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3. Samaná, Dominikanische Republik – Wo Baby-Wale geboren werden…

Hunderte Buckelwale zieht es jährlich zwischen Mitte Januar und Mitte März aus ihrer arktischen Heimat in die warmen Gewässer der Dominikanischen Republik – genauer gesagt, in die Bucht von Samaná im Osten des Inselstaats. Dieser Ort hier muss pure Erotik versprühen, denn eine Vielzahl von Walen pflanzt sich hier fort. Und das allerbeste: Die Mütter bringen hier auch ihre Kinder zur Welt und ziehen sie gross. Um die Baby-Wale und ihre Mütter nicht zu stören, sollte man seine Touren lediglich mit Veranstaltern buchen, die im besten Fall einen Forscher an Bord haben, und die auf das Wohl von Mutter und Kind achten. Eine Vielzahl der Organisatren von Whale Watching Touren arbeiten in der Dominikanischen Republik mit Unterwassermikrofonen, um die Gesänge der Walmännchen hörbar zu machen – so könnt ihr auch endlich an eurem ‚Walisch‘ üben. :-)

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2. Walker Bay, Südafrika – Von der riesigen Klippe einen spektakulären Blick auf Wale

Um Wale beobachten zu können, muss man zumeist eine Tour buchen – heisst: Mit einem Boot auf’s Wasser hinausfahren und mit zehn weiteren Touristen um den besten Platz kämpfen. Anders und nahezu einmalig auf der Welt ist der Whale Watching Spot in Südafrika. An der südwestlichsten Spitze Afrikas, in der Walker Bay, gibt es eine mehrere Kilometer lange Felsklippe, von der man einen spektakulären Blick auf das Meer bekommt. Von Mai bis Dezember rasten hier Südkapern – eine Walart aus der Familie der Glattwale. Diese Wale findet man nur auf der Südhalbkugel, gerne mal in Argentinien, im Süden Australiens, und eben in Südafrika. Hoch oben auf der Klippe mit unbegrenztem Blick in die Ferne habt ihr hier die besondere Gelegenheit, ganz ohne Tour, eine Vielzahl an Walen zu beobachten. Es gibt hier genügend Bänke, aber auch Infotafeln und Teleskope, um die Tiere noch näher erleben zu können. Zwischen September und Oktober findet hier übrigens das so genannte „Hermanus Whale Festival“ statt, eine Party mit vielen Shows und Auftritten, natürlich auch viele Informationen rund um Wale. Dieses Jahr fällt das Fest auf den 30.September und geht bis zum 2.Oktober.

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1. Maui, Hawaii: Klares Wasser und Baby-Wale

Wenn sich die Natur einfach mal keine Grenzen setzt, dann entsteht halt so etwas wie Hawaii – eine paradiesische Insel, die schon mehrfach als weltweit bester Spot zum Whale Watching gelobt wurde. Jedes Jahr zwischen November und April wird die Inselkette von Tausenden Walen angesteuert. Fast 5000 Kilometer haben sie dann schon zurückgelegt, auf ihrer Reise vom kalten Golf von Alaska in die warmen Gewässer der Aloha-Inseln – und das in zwei Monaten! An so einem wunderschönen Ort kommt natürlich schnell ein bisschen Romantik auf, sodass hier viel Zeit für Paarung aber auch die erste Zeit mit dem Neugeborenen verbringen lässt.

Obwohl die Wale nahezu alle Inseln der Region besuchen, gilt Maui als die Insel, in der die meisten Arten zusammentreffen. Hier ist das Wasser so klar, dass ihr locker 30 Meter in die Tiefe blicken könnt – an kaum einem anderen Ort der Welt könnt ihr einen klareren Blick auf diese faszinierenden Tiere werfen.

Whale Watching Tipps

Beste Whale Watching Spots in Europa

Die Karibik ist natürlich schon ein besonders schönes Fleckchen Erde, vor allem wenn in dem klaren, türkisen Wasser noch ein paar Wale herum plantschen. Doch falls es für euch dieses Jahr nicht allzu weit weg geht, habe ich auch hier in Europa einige coole Spots ausfindig machen können, an denen ihr Wale, und auch ein paar süsse Delfine und Seerobben beobachten könnt:

  • Die Azoren, Portugal: Schon längst gehört die Inselgruppe der Azoren zu den weltweit besten Spots zum Whale und Delfin Watching. Wegen der zentralen Lage mitten im Atlantischen Ozean findet sich hier eine richtige Vielfalt an Walarten – dazu gehören etwa Pott-, Blau- und Finnwale sowie seltene Entenwale und Schnabelwale. Von Mai bis Oktober ziehen die Meerestiere hier vorbei und lassen sich am besten zwischen den Inseln Faial, Pico und Sao Jorge beobachten. Doch auch vom Land aus, genauer gesagt vom Vigia da Queimada nahe der Ortschaft Lajes do Pico kann man an klaren Tagen Wale und Delfine in einer Entfernung von bis zu 30 km sehen.
  • Kanarische Inseln: In den Gewässern von Teneriffa und La Gomera kann man das ganze Jahr über 28 hier heimische Wal- und Delfinarten erleben, darunter etwa Pilotwale, Grindwale und sogar Pottwale.
  • Island: Zwischen April und Oktober, wenn es auf Island auch ein bisschen wärmer wird, kann man hier an vielen Stellen entlang der Insel auf Wale treffen. Walexkursionen dauern je nach Abfahrtsort zwischen 3 und 10 Stunden. Für Wal-Fans empfiehlt sich übrigens auch ein Besuch des Húsavík-Walzentrums.
  • Mallorca: Gleich hier um die Ecke, direkt im Mittelmeer, leben insgesamt 21 Wal- und Delfinarten, darunter sogar Grind-, Pott-, und Finnwale, sowie eine Vielzahl an Delfinarten. Viele davon trifft man rings um unsere Lieblingsinsel Mallorca. Das ganze Jahr über kann man hier zum Whale Watching ausfahren. Vor allem die hier heimischen Delfine lieben es, Schiffe durch die balearischen Gewässer zu begleiten.
  • Norwegen: Etwa 300 km nördlich vom Polarkreis gibt es in Norwegen zwei wirklich grossartige Whale Watching Spots. Nahe dem Walforschungszentrum Andenes an der Nordspitze der Vesteralen-Insel kann man eine Vielzahl von Pott-, Zwer-, Buckel- und Finnwale erleben – aber auch im norwegischen Fjord, im Tysfjord, tümmeln sich bis zu 800 der Säugetiere herum, stetig auf den Fersen der Heringe. Vor den Versteralen liegt die Walsaison im Juli/August, im Tysfjord geht sie von Oktober bis Januar.
  • Sylt, Deutschland: Auch in Deutschland kann man Wale beobachten. Zwischen Juni und September kommen einige Mütter mit ihren Kindern ganz dicht an die Küste vor Sylt heran. Bei den Walen handelt es sich um Schweinswale, die trotz ihrer geringen Länge von 2,5 und einem Gewicht von bis zu 200kg mächtig Eindruck machen können. Immer mal wieder kommt es auf in der Nordsee auch zu Begegnungen zwischen Schwimmern und Schweinswalen – diese verlaufen aber immer sehr friedlich.

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Whale Watching zum Wohlergehen der Tiere – Darauf solltet ihr bei der Tourbuchung achten

Wie eingangs schon erwähnt, ist Whale Watching zwar eine schöne und coole Sache, doch leider gibt es Touren, die das Entertainment der Gäste über das Wohl der Wale stellen. Um dieses Vorgehen nicht zu unterstützen und euch falsche Adressen ans Herz zu legen, habe ich mich mit dem WWF Leiter für Artenschutz und Walexperten Volker Homes darüber unterhalten, was die Vor- und Nachteile von Whale Watching sind, und wie man einen seriösen Veranstalter findet.

Kann Whale Watching den Tieren schaden?

Volker Homes: Der WWF sieht generell sehr viele Vorteile im Whale Watching. Durch diese Form von Tourismus werden Menschen für das Thema sensibilisiert und setzen sich vielleicht für den Schutz der Tiere ein. Wenn gewisse Regeln befolgt werden, kann das, ähnlich wie auf Safaris, sehr positive Auswirkungen haben. Es kann den Tieren aber natürlich auch schaden. Ein grosses Problem ist etwa, dass viele Tiere von Booten überfahren oder angefahren werden, und sich so stark verletzten.

Wenn sich zu viele Boote um ein paar wenige Wale streuen, bedeutet das viel Stress für die Tiere. Auch Motorgeräusche können manchmal ziemlich gefährlich werden. Im Süsswasserfluss Mekong in Kambodscha sind etwa Irawady Delfine heimisch, eine hoch bedrohte Walart. Aufgrund des trüben Wassers sind sie hauptsächlich von ihrem Gehör abhängig. Ihre Augen sind tatsächlich auch kaum ausgebildet. Wenn dann zu laute Motorgeräusche die Kommunikation stören, bringt man die Tiere in eine hilflose, verzweifelte Situation.

An welche Regeln sollten sich Bootsführer bzw. Veranstalter halten, um die Tiere nicht zu stören?

Die Wildtiere, ob Wale oder Delfine, sollten immer bestimmen, wohin es geht. Wenn das Tier versuchtAbstand zu halten und zu flüchten, dann sollte man Respekt zeigen und es in Ruhe lassen. Genügend Abstand halten ist generell wichtig, sonst fühlen sich die Tiere gestresst und das Whale Watching wird zur Verfolgungsjagd. Auch, wenn man mit einem kleinen Boot unterwegs ist, sollte man immer darauf achten, dass das Tier weiss, dass vom Boot keine Gefahr ausgeht. Nicht von hinten einfach auf das Tier fahren und auch den frontalen Blickwinkel meiden, da sie frontal nicht besonders viel sehen. Wale und Delfine sind Wildtiere – schätzen also Freiheit und Platz.

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Woran erkennt man seriöse Touren?

Ich würde den Touristen empfehlen, sich in einem Gespräch an der Geschäftsstelle oder auch über die Internetseite über den Veranstalter zu informieren. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter fachliche Informationen herausgeben können, man sollte gucken, ob sie sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen oder es nur für den Kommerz machen. Gut wäre auch, wenn sie sich selbst für den Schutz der Tiere aussprechen und diesen unterstützen. Ein guter Tourguide, der die Tiere schätzt, kennt sich mit den Arten aus und kann ihr Verhalten richtig deuten.

Gibt es verifizierte Veranstalter?

Da ist mir leider nichts bekannt. Obwohl das eine gute Sache wäre – das aber müssten die unterschiedlichen Länder dann selbst bestimmen.

Wie reagiert man als Schwimmer, wenn man auf einen Wal oder Delfin trifft?

Freuen! Wenn man wirklich so nah an einen Wal kommt, sollte man sich sehr glücklich fühlen, denn das ist wirklich ein spektakuläres Erlebnis. Weder Wale noch Delfine sind gefährlich. Es kommt immer mal wieder zu Begegnungen zwischen Walen und Schwimmern oder Bootsfahrern – da gibt es so krasse Videos, zum Beispiel, wo ein Wal auf ein Boot springt, oder ein Wal unter einem Kayak auftaucht und es anhebt. Das ist aber keine Absicht und stellt Ausnahmefälle dar – Wale und auch Delfine sind sehr friedliche Tiere.

Whale Watching Tipps

Wale und die Zukunft – ein Tanz auf dem Drahtseil

Weltweit gibt es mehr als 80 verschiedene Walarten – das sind erheblich weniger als vor 100 Jahren. Grund dafür: Der Walfang. Viele Walarten sind vor kurzem komplett ausgestorben, darunter etwa der atlantische Grauwal und der Yangtze Wal. Stark vom Aussterben bedroht, ist aktuell der Schweinswal, ansässig im Golf von Mexiko. „Das Problem ist hier der Beifang“, erklärt WWF-Walexperte Volker Homes. „Viele Tiere verenden in den Fischernetzen„. Illegale Fischerei sei ein grosses Problem. „Fischer verteilen ihre Netze in Gegenden, wo Wale verkehren. Vom Schweinswal gibt es jetzt nur noch knapp 100 in den Gewässern – lange wird es sie nicht mehr geben, wenn wir jetzt nicht rasant etwas ändern“. Um das Aussterben dieser Walart zu verhindern, müssen Alternativen zur Fischerei angeboten werden. „Die Fischer brauchen die Möglichkeit, in einem anderen Job Geld zu verdienen – nur so ist das Aussterben noch aufzuhalten“, so Homes.

Na, hab ich euch mit Whale Watching geködert?

Ich hoffe, der ein oder andere ist jetzt genau so begeistert von diesen faszinierenden Tiere wie ich. Die genannten Hotspots sind auch für einen Urlaub ohne Whale Watching super geeignet – aber wenn ihr schon mal da seid… wieso dann nicht ein Abenteuer der Extraklasse erleben, um welches euch viele beneiden werden? Also – auf geht’s mit eurer Abenteuerplanung, würde ich sagen!