Weltweit werden Reisewarnungen ausgesprochen, viele Länder schliessen ihre Grenzen: Das Coronavirus macht es uns momentan nicht leicht, uns auf eine Reise zu freuen. Die meisten stellen sich nun die Frage: Was mache ich mit meiner Reise, die bereits geplant ist? Aus diesem Anlass habe ich euch wichtige Infos und Tipps zu diesem Thema zusammengeschrieben.

Aktuelle Lage

Um euch ein Bild von den aktuellen Zahlen und der Situation weltweit zu machen, empfehle ich euch, die Infos auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu verfolgen. Wie es im Moment in der Schweiz aussieht, verraten euch die Infos des BAG. Das EDA klärt euch über aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise auf. Ein paar wichtige Informationen zum Thema Coronavirus habe ich euch ausserdem in meinem Reisemagazin-Artikel zusammengefasst.

Ob ihr eure Reise selbst stornieren oder abwarten sollt, hängt vom Datum, der Reiseart und der Destination ab. Verschiedene Szenarien habe ich hier aufgeschrieben und gebe euch die Hilfestellung bzw. einen Tipp dazu. In erster Linie ist es aber immer wichtig, auf euer Bauchgefühl zu hören. Riskiert ihr es abzuwarten und beobachtet die Situation? Oder denkt ihr, dass es besser wäre, doch schnellstmöglich zu stornieren? Damit ihr nicht unbedingt auf den Kosten sitzen bleibt, lohnt es sich oftmals auf News und Infos der Reiseveranstalter, Reisebusanbieter, der Fluggesellschaften oder der Hotels zu warten. Lest weiter, um mehr zu erfahren.

Pauschalreisen

Der Bundesrat rät dazu, dass man aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus vorerst auf Reisen verzichten soll, die nicht unbedingt notwendig sind. Verfolgt dazu aufmerksam die Schweizer Nachrichten, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben was Einreisebeschränkungen betrifft. Auch über neue Informationen zum Thema Stornierungen bei geplanten Reisen könnte berichtet werden.

Stornieren oder umbuchen könnt ihr eure Reisen jederzeit, allerdings ist dies mit Kosten verbunden. Fragt auch bei eurer Reiseversicherung nach, welche Möglichkeiten ihr habt und ob ein Teil der Kosten übernommen werden könnte. Es gibt zwar keine aktuelle Reisewarnung seitens der EDA, trotzdem zeigen sich in der jetzigen Situation viele Reiseveranstalter kulant und bieten die Möglichkeit, kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren. Um Informationen aus erster Hand zu bekommen, kontaktiert euren Reiseveranstalter direkt.

Wenn eure Reise erst nach März stattfindet, empfehle ich euch, abzuwarten. Es könnte sein, dass die Reise seitens des Veranstalters storniert wird oder ihr eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit erhaltet. Bevor ihr also die Stornierung von eurer Seite anfordert und auf den Kosten sitzen bleibt, habt noch ein wenig Geduld. Das erspart euch meistens Geld, Zeit und Nerven: Denn die Service-Center sind momentan ziemlich ausgelastet. Lest auch regelmässig die Informationen auf der Webseite eures Reiseveranstalters durch, um up to date zu sein.

Aktuelle Beispiele:

Die TUI Schweiz sagt vorerst alle Pauschalreisen und Kreuzfahrten bis zum 19.04.2020 ab und erstattet den Kunden das Geld zurück. Ebenso haben Kunden das Recht, ihre Reise 14 Tage vor Abreise bis zum 30. April kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

DER Touristik Suisse wird alle bevorstehenden Reisen mit Abreisedatum vor dem 1. Mai 2020 absagen. Das gilt für alle Marken von DER Touristik Suisse.

Die FTI Group sagt alle Reisen bis 31.03. ab und erstattet den Kunden das Geld zurück. Ebenso bietet der Reiseverantalter  für Neubuchungen ab 01.03.2020 eine kostenfreie Stornierungsmöglichkeit bis zum 30. April 2020 an.

Weitere Reiseveranstalter, die eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung anbieten:

Informiert euch in diesem Fall auf Webseite eures Reiseveranstalters, um mehr zu erfahren.

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Individualreisen

Bei individuell gebuchten Reisen ist das Stornieren  leider ein bisschen schwieriger. Hier gilt: Nur wenn Fluggesellschaften, Reisebusanbieter, Züge und Hotels die Leistung nicht erbringen können, dann verzichten sie auf Stornokosten. Auch wenn beispielsweise der Zielort von Behörden gesperrt worden ist, kann der Transport oder die Übernachtung nicht gewährleistet werden und ihr könnt kostenlos stornieren. Aber auch in diesem Fall kommen in der Regel die Hoteliers, die Airlines oder die Busfirmen auf euch zu und melden schriftlich oder telefonisch, dass sie die Leistung nicht erbringen können.

Wenn die Reise in wenigen Tagen stattfindet und ihr keine Info erhalten habt, versucht mit den Anbietern Kontakt aufzunehmen, um einen kostenlosen Rücktritt zu erreichen. Sollte ein Storno nicht möglich sein, könnt ihr euch eventuell darauf einigen, die Reise zu verschieben oder eine Entschädigung in Form eines Wertgutscheins zu erhalten oder Ähnliches. Ihr könnt beispielsweise auch angeben, dass ihr ein gesundheitliches Risiko durch eine Vorerkrankung oder des Alters habt, wenn ihr unter den Umständen in ein Risikogebiet einreist.

Am einfachsten ist es, wenn eure Hotelbuchung ein kurzfristiges Storno bis zu 24 Stunden vor der Ankunft zulässt. Dann macht von dieser Option Gebrauch und holt euch zumindest das Geld für die Übernachtung zurück.

Grundsätzlich ist es wichtig, mit den Anbietern in Ruhe zu reden und zu verhandeln. Sie wollen schliesslich in den meisten Fällen auch, dass ihr wieder bei ihnen bucht und nicht als wütender Kunde zurückgelassen werdet.

Flüge

Immer mehr Fluggesellschaften bieten den Kunden die Möglichkeit, ihre Flüge auf ein neues Datum zu verschieben. So auch die Lufthansa-Group-Airlines (Lufthansa, Swiss, AUA, Brussels Airlines und Air Dolomiti), die ab sofort flexible Umbuchungsmöglichkeiten anbietet. Diese Kulanzlösung gilt für neu gebuchte und bestehende Flüge. Das betrifft bestehende Buchungen bis zum  5. März und einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020. Unabhängig vom Buchungstarif  könnt ihr einmal ohne Umbuchungsgebühr auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen. Für neu gebuchte Flüge verzichten die Airlines bis zum 31. März auf Umbuchungsgebühren. Auch andere Airlines bieten an, den Flug auf ein neues Datum zu verschieben oder gar zu stornieren, lest euch dazu meinen Artikel zum Thema Coronavirus und Reiseverkehrsmittel durch.

Wenn euer Flug aufgrund des Coronavirus von der Airline storniert wird, habt ihr Recht auf Rückerstattung der bereits geleisteten Zahlungen. Ebenso könnt ihr von dem Vertrag zurücktreten. Dazu stellt ihr den Antrag direkt bei der Fluggesellschaft oder auf der jeweiligen Buchungsplattform. Bei der Swiss könnt ihr dies beispielsweise per Onlineformular erledigen.

Wenn ihr den Flug als Vorsichtsmassnahme selbst stornieren wollt, werdet ihr dies leider in den meisten Fällen aus eigener Tasche zahlen müssen. Eine Reiseversicherung oder Reiseannullationsversicherung hilft in dem Fall nur bedingt, da sie bei Angst (z.B. vor Ansteckung) nicht greift.

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Wenn das alles nicht hilft, werdet ihr, wenn ihr die Reise nicht antreten wollt, die Kosten für das Storno leider tragen müssen. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt von den Stornobedingungen im Vertrag und dem Zeitpunkt der Stornierung ab. Je näher die Reise rückt, desto teurer wird es. Prüft auf jeden Fall sorgfältig die Vertragsbedingungen des Reiseveranstalters.

Desweiteren helfen euch eventuell folgende Links weiter:

Ich hoffe, das sich euch mit diesen Tipps ein bisschen weiterhelfen konnte und wünsche euch viel Erfolg beim Stornieren beziehungsweise Umbuchen. Falls ihr so eine Situation bereits erlebt habt, erzählt mir von euren Erfahrungen in den Kommentaren.

Bis sich die Coronavirus-Lage beruhigt hat, könnt ihr euch für die nächsten Reisen in meinem Reisemagazin inspirieren lassen. Jetzt ist die Zeit, zu träumen, sich eine Liste zu schreiben und sich darauf zu freuen, bald wieder die Welt bereisen zu können. :-)

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