Für die Anreise an den Urlaubsort wählen viele den Zug. Bei der Buchung des Tickets stellt sich vielen Reisenden die Frage nach der Zugbindung. Ihnen ist oft nicht klar, für welche Strecken und Züge die Bindung gilt. Einige wissen nicht einmal, was Zugbindung bedeutet. In diesem Artikel erkläre ich euch den Begriff und was passiert, wenn euer Zug verspätet eintrifft oder ihr ihn verpasst. Da die Deutsche Bahn AG das größte Eisenbahnverkehrsunternehmen in Mitteleuropa ist, erkläre ich euch alles anhand dieses Beispiels.

Was heißt Zugbindung bei Bahnfahrten?

Kauft ihr ein Bahnticket mit Zugbindung bedeutet das, dass ihr an eine bestimmte Zugfahrt gebunden seid. Ihr könnt mit diesem Zugticket nur eine spezifische Bahn zu einer festgelegten Zeit nutzen. Welche Zugverbindung das ist, sucht ihr euch vor Buchung des Tickets aus. Der Vorteil für euch ist, dass ihr dieses Zugticket zu einem günstigeren Preis bekommt. Bahntickets ohne Zugbindung sind in der Regel teurer. Für die Anbieter ergibt sich folgender Vorteil: Sie können die Auslastung der Züge besser planen. Aus diesem Grund verkauft beispielsweise die Deutsche Bahn die Tickets zu einem reduzierten Preis. Sie werden Sparpreis-Tickets genannt. Beachtet, dass diese Tickets nicht automatisch eine Sitzplatzreservierung inkludieren. Die müsst ihr zusätzlich buchen. In der Regel wird dafür ein Aufpreis fällig. Des Weiteren gilt die Zugbindung nicht für alle Verbindungen und Züge.

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Für diese Züge und Strecken gilt die Zugbindung

Die Zugbindung bei der Deutschen Bahn bezieht sich ausschließlich auf den Fernverkehr, nicht auf den Nahverkehr. Die Fernverkehrsstrecke kann Strecken des Regionalverkehrs beinhalten. Für diese Strecken gilt keine Zugbindung. Das heißt, ihr könnt frühere oder spätere gleichwertige Züge des Regionalverkehrs nutzen, um zu den Zügen des Fernverkehrs zu gelangen. Diese Verbindungen im Regionalverkehr werden Vorlauf und Rücklauf genannt. Zum Fernverkehr zählen folgende Züge: InterCityExpress (ICE), Intercity (IC), Eurocity (EC) sowie die Nachtzüge CityNightLine (CNL), EuroNight (EN) und D-Zug (D). Zum Nahverkehr zählen beispielsweise folgende Züge: Regionalbahn (RB), Regional Express (RE) und S-Bahnen. Existiert eine Zugbindung auf der gewählten Strecke, steht das auf dem Ticket. Die entsprechende Zugnummer ist auf dem Ticket eingetragen. Für Rail and Fly Tickets gilt die Zugbindung nicht.

Gültigkeit der Zugbindung im Fall der Zugverspätung

Habt ihr ein Bahnticket mit eingetragener Zugnummer und dieser Zug verspätet sich, wird die Zugbindung aufgehoben. Das gilt, wenn die Deutsche Bahn Schuld an der Verspätung hat und ihr deshalb euren Anschlusszug nicht erreicht. Es gilt zudem bei einer allgemeinen zu erwartenden Verspätung von mehr als 20 Minuten. Trifft das ein, könnt ihr eine andere Verbindung nutzen. In diesem Fall solltet ihr euch eine Bestätigung für den verspäteten Zug einholen. Das müsst ihr nicht, aber damit seid ihr in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Gültigkeit der Zugbindung, wenn ihr den Zug verpasst

Seid ihr selbst Schuld daran, dass ihr den Zug verpasst habt oder die Zugbindung nicht einhalten könnt, verliert das Ticket seine Gültigkeit. Wollt ihr den nächsten Zug nehmen, fallen Kosten an. Dann müsst ihr die Differenz zum Flexpreis zuzüglich einer Gebühr zahlen. Ist die Deutsche Bahn Schuld daran, dass ihr einen Anschlusszug verpasst, könnt ihr den nächsten Zug nehmen. Es fallen keine zusätzlichen Kosten an. Informiert bestenfalls das Zugpersonal darüber.

Zugbindung bei Tickets zum Sparpreis

Die Tickets zum Sparpreis sind Tickets zu vergünstigen Preisen. Mit dieser Ticketart seid ihr grundsätzlich an die gewählten Verbindungen im Fernverkehr gebunden. Könnt ihr sie nicht einhalten, treffen die zuvor genannten Folgen ein. Der Vollständigkeit halber: Tickets zum Flexpreis sind flexibel nutzbar. Sie enthalten keine Bindung an spezifische Züge.