Ein Flugticketpreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Einer davon ist der Treibstoffzuschlag. Wie der ermittelt wird und warum Fluggesellschaften zwischen dem reinen Flugpreis und dem Kerosinzuschlag differenzieren, könnt ihr hier nachlesen.

Was ist der Treibstoffzuschlag?

Der Treibstoffzuschlag oder Kerosinzuschlag (englisch: fuel surcharge) ist Bestandteil des Flugpreises. Unter der Abkürzung YQ oder YR wird er auf dem Flugticket aufgeführt. Der Treibstoffzuschlag wird von den Fluggesellschaften erhoben und unterscheidet sich je nach Flug. Einige Länder wie Neuseeland, Brasilien und die Philippinen verbieten es den Airlines einen Treibstoffzuschlag zu erheben. Aus diesem Grund fallen Flugtickets günstiger aus, wenn ihr diese Länder überquert. Wenn man gezielt nach solchen Flügen sucht, um den Treibstoffzuschlag zu umgehen, spricht man von Fuel Dumping.

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Warum gibt es den Treibstoffzuschlag?

Mit dem ansteigenden Rohölpreis in den 2000er Jahren wurde der Treibstoffzuschlag von den Fluggesellschaften eingeführt. Die Lufthansa erhob 2004 erstmals einen Treibstoffzuschlag. Dieser betrug eine Höhe von 2€ für nationale und innereuropäische Flüge sowie 7€ für Interkontinentalflüge. Nach und nach folgten weitere Fluggesellschaften dem Beispiel, bis der Kerosinzuschlag sich überall etablierte. Heute ist er zur wichtigsten Umsatzquelle für Airlines geworden. Obwohl der Ölpreis in den vergangenen Jahren rapide gesunken ist, bleibt die Höhe des Kerosinzuschlags bei Flugtickets konstant. Grund dafür ist, dass sich unter dem Begriff „Treibstoffzuschlag“ mehr verbirgt als die Airlines vorgeben. Deshalb wird er oft unter den „Steuern und Gebühren“ aufgeführt, damit die genaue Zusammensetzung verschleiert wird.

Problematik – Verschleierung des Treibstoffzuschlags

Der Treibstoffzuschlag wird laufend auf den Ölpreis abgestimmt, jedoch verbirgt sich Kritikern zufolge weitaus mehr hinter dem Preis für den Kerosinzuschlag als der reine Ölpreis. Dieser ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Eine Auswirkung auf die Flugticketpreise hatte das jedoch nicht. Viele Fluggesellschaften begründen den Verzicht auf Zuschlagsanpassungen mit dem sogenannten Hedging (Preissicherungsgeschäft). Die meisten Airlines kaufen den Treibstoff im Voraus, damit sie den negativen Auswirkungen von Ölpreisveränderungen entgegenwirken. Mit dem Hedging verhindern die Fluggesellschaften, dass die Betriebskosten unberechenbar werden. Fakt ist, dass die Fluggesellschaften einen Milliardengewinn mit dem Treibstoffzuschlag machen. Viele Fluggesellschaften führen den Kerosinzuschlag unter der Kategorie „Steuern und Gebühren“ auf, obwohl er weder eine Steuer noch eine von Dritten erhobene Gebühr ist. Lufthansa zum Beispiel fasst unter „Steuern und Gebühren“ die eigenen Treibstoffzuschläge mit externen Gebühren zusammen. Dazu gehören die Steuern, die ein bestimmter Staat einfordert, die Flughafengebühren, die Luftsicherheit, die Flugsicherheit und die Emissionsabgaben. Das macht die genaue Definition über die Höhe der Steuern und Gebühren undurchschaubar. Lediglich in der Matrix wird der Gesamtpreis aufgeschlüsselt. Dort ist zu erkennen, dass der Treibstoffzuschlag der größte Betrag unter den Steuern und Gebühren ist – meist ist er größer als der reine Flugpreis. Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen unter „Steuern und Gebühren“ nur die externen Ausgaben verstehen. Das sieht für die Fluggesellschaft auf dem Flugschein besser aus: Ein niedriger Preis für den Flug (Fare) und hohe Gebühren, die vermeintlich durch Dritte entstehen. Diese weiteren Gebühren werden in Abkürzungen auf dem Ticket aufgeführt. Durch diese Variante verschleiern die Fluggesellschaften den genauen Betrag, den sie für den reinen Flug mit ihrer Airline verlangen. Von außen sieht es so aus als wäre dieser klein. Ein weiterer Grund für diese Aufteilung des Gesamtflugpreises ist neben der Verschleierung ein Trick, um mehr an den Meilensammlern zu verdienen. Ist man Mitglied bei Miles and More und sammelt genügend Prämienmeilen, können diese gegen den Flugpreis eingetauscht werden. Jedoch gilt die Regelung nur für den reinen Flugpreis (Fare), nicht für den Gesamtticketpreis. Das bedeutet, dass Miles and More-Kunden die Steuern und Gebühren extra zahlen müssen, obwohl sie ihre Flugmeilen für einen Flug einsetzen.

Bedeutung der Kürzel auf den Flugtickets

Wofür die Abkürzungen auf den Flugscheinen stehen, habe ich euch in einer Grafik aufgelistet. Bei eurer nächsten Flugbuchung könnt ihr gezielt in der Matrix nach der genauen Preiszusammensetzung schauen und erfahren, wie viel Treibstoffzuschlag ihr zahlt.

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